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Bin ich müde oder erschöpft?

Aktualisiert: 8. Mai 2023

Man kann sich streiten, ob Dauer-Müdigkeit und Erschöpfung „Mode-Diagnosen“ sind oder am Ende gar keine Diagnosen. Unstreitbar ist dagegen der feine Unterschied, denn Müdigkeit und Erschöpfung sind nicht das Gleiche.

Zwar mag der Erschöpfte müde sein, doch nicht jeder müde Mensch ist zwangsläufig auch erschöpft. Gerade nach einer körperlichen/seelischen Anstrengung oder einfach am Abend vor dem ins Bett gehen, ist Müdigkeit ein völlig gesunder Zustand. Botschaft ist „Zeit zum ausruhen oder schlafen“.

Soweit so gut.

Anders verhält es sich bei Erschöpfungszuständen. Hier besteht ein anhaltender Leistungsknick auf körperlicher und/oder seelischer Ebene. Ein ruhiges Wochenende mit reichlich Schlaf schafft keine vollständige Regeneration. Erschöpfung ist also per se eine chronische Angelegenheit. Und noch dazu eine äußerst individuelle.






Individuelle Ursachen

Definitionsgemäß entstehen Erschöpfungszustände in Folge einer Überbeanspruchung, jedoch ist nicht klar, welcher Art. Häufig berichten mir die Menschen, die zu mir kommen, von konkreten Auslösern wie heftigen Infektionen, biografisch-einschneidenden Ereignissen oder „Hochstressphasen“. Regelmäßig sehe ich jedoch auch langjährig-erschöpfte Menschen, die keine Ursache ihrer Fatigue greifen können. Das „Fehlen“ eines konkreten Auslösers schließt einen Erschöpfungszustand nicht aus.


Individuelle Symptome

Es gibt sie einfach nicht, „die eine Erschöpfung“ so wie wir es von Erkältungen oder Knochenbrüchen kennen. Da sind Symptome, Diagnostik und Therapie ja schnell geklärt und allgemein bekannt. Schwächezustände zeigen sich hoch-individuell, genauso wie unsere seelische und körperliche Belastbarkeit vor der Erschöpfung bereits hoch-individuell ausgeprägt waren. Das macht es ja so kniffelig, der Erschöpfung auf die Spur zu kommen. Es gibt weder einheitliche Symptome noch einen Schnelltest, weshalb die Feststellung der anhaltend-reduzierten Leistungsfähigkeit zunächst vorrangig subjektiv ist.


Individuelle Wahrnehmung

Manche beobachten ihre „Dauer-Müdigkeit“ jahrelang und arrangieren sich stillschweigend mit der 3. Tasse Kaffee täglich. Viele haben mir berichtet von der Macht der Gewöhnung. Als sei Erschöpfung ein ungebetener Gast, der einfach nicht geht und auf seine Weise beginnt, zum Alltag dazuzugehören…und eines Tages ist die Geduld zu Ende und die Erkenntnis, dass sich etwas ändern muss, unausweichlich. Hier frage ich gern: woran haben Sie Ihre Situation als behandlungswürdig erkannt?


Wie lautet Ihre Antwort?




Bildnachweis: Andrea Piacquadio (Pexels)

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